Anspruchsvolles Bauen in den Bergen

Die fünfte Durchführung der Fachtagung Tief.Bau.Tex der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur widmete sich den Infrastrukturbauten und somit einem immer aktuellen und fordernden Thema. Dabei stellte sich die Frage, wie der Spagat zwischen bedarfsgerechtem Ausbau des Alpenraums und nachhaltigen Aspekten gelingen kann. In Referaten wurde dieses Thema unter den drei Gesichtspunkten Transportwege, Naturgefahren und Tourismus beleuchtet.

Ausbau und Erhalt der Transportwege
Das übergeordnete Interesse nationaler und internationaler Erreichbarkeit sorgt schon immer für heftige Diskussionen, wenn es um den Ausbau von Schienen- und Strassennetzen oder von Flughäfen ging. Dies zeigten auch die Ausführungen von Prof. Jürg Kessler, Rektor der HTW Chur. Er vermittelte einen Einblick in den damaligen Ausbau des Flughafens Zürich und den damit verbundenen Herausforderungen beteiligter Stakeholder. Martin Luzio, Gesamtprojektleiter der Rhätischen Bahn, referierte im Anschluss über die Grossprojekte am und um den Bahnhof Landquart.

Schutz vor Naturgefahren
Mit dem Klimawandel und der Siedlungsentwicklung steht der Schutz vor Naturgefahren ständig vor neuen Herausforderungen. Gefragt ist zum einen eine vorausschauende Raumplanung und zum anderen naturgefahrengerechtes Bauen. Die Gemeinde Weggis hat im Rahmen des Masterplans Naturgefahren eine neuartige Schutzbaute in steilem Gelände realisiert. Vorgestellt wurde das Projekt von der Firma SYTEC Bausysteme AG, Spezialistin für Geoprodukte. Fährt man durch die Lande, sind ebenso der Steinschlagschutz allgegenwärtig. Führende Herstellerin von Stahldraht-Schutzsystemen ist die Geobrugg AG aus Romanshorn. In seinem Referat präsentierte das Unternehmen eine Neuentwicklung unter dem Aspekt erhöhter Unterhaltsfreundlichkeit.

Infrastruktur für den Tourismus
Moderne und zeitgemässe touristische Infrastrukturen sind für den Erfolg von entscheidender Bedeutung. Zwei Firmen aus den Alpenregionen Graubünden und Tirol beschäftigen sich unter anderem mit Speicherseen und haben an der Tief.Bau.Tex.5 je ein Projekt vorgestellt. Die AEP Planung und Beratung GmbH aus Schwaz realisierte im Skigebiet Silvretta-Arena zwei Speicherseen und präsentierte die Herausforderungen des Projekts. Mit Messdaten beschäftigt sich die Firma Grünenfelder AG aus Domat/Ems, die für das Projekt Speicher Lüschersee, oberhalb der Gemeinde Tschappina (GR), allfällige Hangbewegungen während der Reaktivierung des Sees mittels GNSS-Monitoring überwacht.

Fachausstellung präsentiert solide Lösungen
Alles in allem basiert der Infrastrukturbau auf sehr soliden Lösungen. Moderne Technologien werden vor allem bei den Baumaschinen und den -materialien eingesetzt, die Digitalisierung bleibt praktisch aussen vor. Dies wurde auch in den Gesprächen an der begleitenden Fachausstellung bestätigt, wo Unternehmen aus der Baubranche ihre Lösungen präsentierten.

Tief.Bau.Tex zum Sechsten
Die Fachtagung Tief.Bau.Tex hat sich inzwischen zu einer festen Grösse im Veranstaltungskalender der HTW Chur etabliert. Sie findet alle zwei Jahre statt und wird das nächste Mal am Dienstag, 12. Mai 2021, wiederum an der HTW Chur ausgetragen.

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