Prozessoptimierung im Strassenbau

Die Bauwirtschaft befindet sich im Wandel. Die Digitalisierung hält Einzug in den Alltag und bietet durch neue Formen des Prozessmanagements Chancen aber auch Risiken. Die Produktivität in der Baubranche war während der letzten Jahrzehnte stark innovationsgetrieben. Neue Maschinen versprechen neue Leistungsfähigkeit – so auch auf der diesjährigen Bauma. Allerdings wird eine weitere Steigerung der Produktivität nicht grenzenlos möglich sein. Zwar steigen die Leistungsdaten der Baumaschinen weiterhin an, allerdings lassen sich die oftmals theoretisch ermittelten Leistungswerte nicht mehr im Realbetrieb auf der Baustelle nutzen. Der Engpass liegt längst nicht mehr im technischen Equipment – egal ob Bagger oder Strassenfertiger.
Vielmehr verhindert der heutige Prozessablauf auf der Baustelle eine weitere Steigerung der Produktivität. Einmal fehlt Material auf der Baustelle, ein anderes Mal sind die einzelnen Prozessgeschwindigkeiten nicht aufeinander abgestimmt. Der langsamste Prozess bestimmt den maximalen Durchsatz der gesamten Prozesskette. Um ganze Prozessketten zu optimieren und die Produktivität weiterhin zu steigern wird ein Umdenken notwendig, das bereits seit einigen Jahren in die Baubranche Einzug hält. Es wird ein ganzheitlicher Ansatz notwendig, der alle Prozesse in Echtzeit einbindet und auf einander abstimmt. Durch die Digitalisierung und die Vernetzung der Maschinen (Internet der Dinge) können diese Potenziale genutzt werden.
Wie so etwas im Alltag erfolgreich gelingen kann, wurde in Deutschland zum ersten Mal im Jahr 2014 demonstriert: Das erste Strassenbauprojekt wurde durch ein System begleitet, das sowohl die Mischanlagen, die LKW Logistik als auch die Baustelle in Echtzeit verknüpft und alle Daten dem Polier und dem Bauleiter zur Verfügung stellt. Allerdings war es kein internationaler Konzern oder ein staatlich finanziertes Forschungsprojekt, das dieses Projekt durchführte, sondern ein kleines Ingenieurbüro aus Süddeutschland mit dem Namen Volz Consulting.
Seitdem ist viel passiert. Was mit dem ersten in Echtzeit gesteuerten Einbautag begann führte nach fünf Jahren zu einer beispiellosen Entwicklung innerhalb der Branche. Mehr als 40 der 50 grössten Tief-und Strassenbauunternehmen in Deutschland arbeiten inzwischen mit BPO, dem Echtzeitsystem der Firma Volz Consulting GmbH. Darüber hinaus ist das System in mehr als 12 Ländern in Europa im Einsatz und ist damit die grösste Prozessoptimierungsplattform im Strassenbau.

Was hat sich seitdem geändert?
Während es vor 5 Jahren noch undenkbar war als Polier im Asphaltstrassenbau mit einem Tablet PC zu arbeiten, zählt dies vielerorts heute bereits zum Alltag. Die Koordination der LKW-Logistik und der Lieferwerke wird drastisch vereinfacht weshalb Poliere gerade bei grösseren Baumassnahmen auf den transparenteren Ablauf und das stressfreiere Arbeiten nicht mehr verzichten möchten. Aber auch an der Mischanlage führt der Einsatz von BPO zu einer gleichmässigeren Auslastung. Das Resultat ist eine deutlich gesteigerte Einbauleistung, die sogar die Produktivitätszuwächse durch Maschinentechnik in den Schatten stellt.

www.volzconsulting.de