Bessere Luft in Hong Kong: Deutscher Abluftfilter beseitigt feinste Staubpartikel

Hong Kongs Einwohnerzahl wächst jährlich um eine fünfstellige Zahl und dementsprechend steigt auch das Verkehrs- und Stauaufkommen im eng besiedelten Stadtgebiet. In der Folge leidet die Metropole unter enorm hohen Abgaswerten und Feinstaubbelastung. Abhilfe soll der neue Umgehungstunnel Central-Wan Chai Bypass schaffen, der mit einer Gesamtstrecke von 3,7 km zu den längsten Unterführungen der Stadt zählt. Um den Tunnel nicht nur mit Frischluft zu versorgen, sondern gleichzeitig die anfallende Abluft zu reinigen, entschied sich die Zentralregierung gegen eine Kaminlösung, wie sie beispielsweise häufig in Deutschland eingesetzt wird. Stattdessen beauftragte sie die FILTRONtec GmbH mit der Installation einer effizienten Filteranlage. Das zweistufige System transportiert die gesamte Abluft  – 5,4 Mio. m³/h – nicht einfach nur an die Oberfläche wie ein Kamin, sondern reinigt sie gleichzeitig von Schadstoffen. So werden etwa 80 % der Stickstoffdioxide und 90 % des Feinstaubs – selbst die gesundheitsgefährdenden PM2,5 und PM1-Partikel – beseitigt, sodass zusätzlich die Luftqualität der Umgebung verbessert wird. Die installierten Filter zählen damit zu den weltweit grössten dieser Art.

Hohe Abscheiderate garantiert verbesserte Abluftqualität
An drei verschiedenen Punkten im Bau sind insgesamt acht Partikel- und acht Gasfilter integriert, die jeweils nacheinander geschaltet sind. Dem Luftstrom im Tunnel folgend besteht jedes Modul aus drei Komponenten: dem Vor-, dem Elektro- und dem Gasfilter. Der Vorfilter in Form eines Drahtgitters schützt hierbei in einem ersten Schritt die nachfolgenden Anlagenteile vor grösseren Gegenständen wie beispielsweise Plastiktüten oder Papierfetzen, die im Elektrofilter Kurzschlüsse verursachen könnten. Anschließend gelangt die Luft in den Partikelfilter. „Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um einen zweistufigen Elektrofilter mit negativer Gleichspannung“, erläutert Dr. Deux. In der ersten Abscheidestufe wird die Luft elektrostatisch aufgeladen. Bei einer Spannung von 16 kV werden Elektronen emittiert, die sich an die Partikel in der Luft anlagern. Im nachfolgenden Kollektor, der mit einer reduzierten Spannung von 7 kV operiert, sammeln sich die elektronenbeladenen Partikel an Kollektorplatten und bleiben daran haften, wo sie später mit Wasser entfernt und abgepumpt werden. Um hohe Energieeffizienz zu gewährleisten, werden alle Hilfsaggregate nur bei Bedarf betrieben. Der Stromverbrauch des Elektrofilters liegt im Milliampere-Bereich, sodass trotz hoher Spannungen nur eine geringe Leistung erforderlich ist. Zudem wird die gefilterte Abluft mit geringer Luftgeschwindigkeit transportiert. Anders als etwa bei einem Abluftkamin, bei dem ein hoher Energieaufwand nötig ist, um die Luft mit 20 m/s hoch genug hinaus zu blasen, ist beim Filter keine zusätzliche Energie für die Erzeugung derart hoher Geschwindigkeiten notwendig. „Viele Auftraggeber befürchten anfangs hohe Kosten“, erklärt Dr. Deux. „Diese Angst können wir aber schnell nehmen, da wir bereits im Vorfeld eine umfassende Aufklärung und genau abgestimmte Projektierung bieten. In der Regel beläuft sich die Filterinstallation gerade einmal auf weniger als zwei und in Hong Kong sogar auf weniger als ein Prozent der gesamten Baukosten“. Auch in Hong Kong wurde die Kombination aus nachhaltiger Abluftreinigung und effizienter Leistung positiv aufgenommen: Weitere Aufträge in China sind bereits in der Planung.

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