Erweiterung der ARA Basel

Die ARA Basel, die seit 1982 die Abwasser der Region rückgewinnt, ist in die Jahre gekommen; die Belastungsgrenze ist erreicht und die gesetzlichen Anforderungen werden z.T. nicht mehr eingehalten. Der Ausbau wurde somit dringend erforderlich. Neben der Elimination von Kohlenstoff, soll zudem auch der Stickstoff besser aus dem Abwasser eliminiert werden. Nachdem das Gewässerschutzgesetz überarbeitet wurde, gelten somit nun strengere Vorschriften für die Beseitigung der Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser. Ebenfalls auf den neusten Stand der Technik angepasst werden der Gesundheitsschutz, die Arbeitssicherheit sowie der Brand- und Explosionsschutz. Diese Massnahmen erzielen dann nach der Umsetzung einer ganzen Reihe an nötigen Verbesserungen und Einsparungen.

Aktuell führt Stickstoff im Rhein und in den Meeren zur Überdüngung der Ökosysteme und zu übermässigem Algenwuchs. Mit dem Ausbau der Kläranlage werden in Zukunft rund 1 100 Tonnen Stickstoff pro Jahr aus dem Abwasser eliminiert. Gegenüber heute wird die Nordsee damit um zusätzlich 740 Tonnen Stickstoff pro Jahr entlastet. Und: Die Klärschlammmenge und somit die Entsorgungskosten werden durch den Einbau einer Schlammfaulung stark reduziert. In der Schlammfaulung wird zudem Biogas produziert, welches wieder für das städtische Gasnetz genutzt werden kann. Doch zunächst müssen die Arbeiten komplett und erfolgreich abgeschlossen sein.

Wie schreiten die Arbeiten voran?
Die Bauherrschaft über das Projekt hat die Betreiberfirma, die ProRheno AG. Das Unternehmen reinigt seit 1982 die Abwässer von Haushalten, Gewerbebetrieben und Industrie aus der Region Basel. Die Gesellschaft besteht aus der ARA Basel (kommunale Abwasserreinigung), der ARA Chemie Basel (Reinigung der Chemieabwässer) sowie der Abteilung Schlammbehandlung (Verbrennung der anfallenden Klärschlämme).

Der zuständige Projektleiter für die Erweiterung im Unternehmens Roberto Frei (Leiter Technik) erklärte auf die Frage nach dem Status und Verlauf der umfangreichen Massnahmen: „Die Bauarbeiten schreiten sehr gut voran. Wir gehen zurzeit davon aus, dass mit der Inbetriebnahme der Phase 1 (Mechanische und biologische Reinigung) im 3. Quartal 2021 begonnen werden kann. Er fügt jedoch hinzu: „Wir sind noch in einem frühen Stadium, denn das Gesamtprojekt geht bis 2024. Aber bis jetzt liegen wir voll im Zeitplan. Die Folgen der Corona Krise können wir jedoch noch nicht abschätzen, und wir wissen daher nicht, wie sich die Kosten entwickeln werden. Auch hier gilt, dass wir uns noch in einem relativ frühen Stadium des Projektes befinden. Bis jetzt konnte das Budget eingehalten werden“, erklärt der Leiter der Technik Roberto Frei von der ProRheno AG.

Noch zu erwähnen wäre, dass auch in der Bauphase, das Thema Umweltschutz eine wichtige Rolle spielt. So ist man bemüht weniger LKW-Fahrten einzusetzen als üblich und stattdessen die Bahn zu nutzen. Insgesamt konnten 14 100 LKW-Fahrten eingespart werden. Das entspricht einer Verringerung der CO2-Emission um 740 t. Insgesamt wurden beim Abtransport von 140 000 t Aushub über den Schienenweg, rund 20 % weniger Feinstaubemissionen (= 380 kg) erzeugt.

Eine ARA wie jede andere, mit kleinen Besonderheiten
Prinzipiell ist die Technik in Basel, wie bei allen Kläranlagen in etwa gleich. Diese bestehen in der Regel aus Pumpwerken, Rechenstufe, Sandfangstufe, Vorklärungsstufe, biologische Stufe, Nachklärungsstufe sowie einer Mikroverunreinigungsstufe. Bei einigen Prozessabschnitten können die Verfahren jedoch abweichen. So gibt es bei der biologischen Stufe durchaus verschiedene Verfahren (Belebtschlammverfahren, SBR-Verfahren, Biofilter). „In unserem Projekt haben wir uns für das SBR-Verfahren (Sequencing Batch Reactor) entschieden“, erklärt Roberto Frei. Bei dieser Variante gibt es verschiedene Reaktoren, die mit Abwasser gefüllt und anschliessend verschlossen werden, so dass der eigentliche Reinigungsablauf stattfinden kann. In der Zwischenzeit wird der nächste gefüllt. Spätestens wenn der letzte Reaktor gefüllt wurde, ist der erste Reaktor wieder füllbereit. Beim SBR-Verfahren entfällt die klassische Nachklärungsstufe, da diese im Reaktor am Ende des Reinigungsablaufes stattfindet

www.prorheno.ch