Strahlungsleistung der Bahnfunkanlage Lausen wurde erhöht

Autor: Willi Wenger

Die Schweizerischen Bundesbahnen AG (SBB) starten regelmässig eisenbahnrechtliche Plangenehmigungsverfahren betreffend ihrer Bahnfunkanlagen. Ein Beispiel ist die Bahnfunkanlage Lausen (BL), die auf Sissacher Gemeindegebiet liegt. Gegenstand dieses Vorhabens ist die Erhöhung der maximal zulässigen äquivalenten Strahlungsleistung von 6 Watt auf 100 Watt. Die öffentliche Auflage bei der Gemeindeverwaltung Sissach (BL) informierte über das Bauvorhaben betreffend des Bahnfunks GSM-R am Standort Lausen. Sie ist beendet und von Seiten der Bevölkerung wie auch des Gemeinderats Sissach wurden keine Einwände gegen das Bauvorhaben eingereicht. Die Anlage ist wie erwähnt nicht in Lausen fixiert, sondern an der Sissacher Autobahnbrücke, dort, wo die Bahnlinie der SBB diese kreuzt. Und weil diese bereits bestehend ist und keine baulichen Veränderungen vorgesehen sind, erfolgte auch keine Aussteckung, die das Vorhaben sichtbar machte. Und: «Da die Anpassungen softwaremässig vorgenommen werden und an den Anlagen baulich nichts verändert wird, entstehen auch keine Umrüstungskosten», sagt Franziska Frey, die Mediensprecherin der SBB.

Funksystem speziell für Eisenbahnen
Die SBB halten auf Anfrage von «Infrastrukturbau» fest, dass mit GSM-R ein digitales Funksystem bezeichnet wird, welches speziell für die Eisenbahnen entwickelt wurde. Das System baue auf dem in der mobilen Telekommunikation weit verbreiteten Standard Global System for Mobile Communications (GSM) auf, kommentiert Frey. Dieses ermögliche den SBB «spezifische Möglichkeiten», unter anderen durch die international harmonisierten und ausschliesslich für die Eisenbahn reservierten Frequenzen. Frey informiert auch, dass die SBB ein eigenes GSM-R-Netz betreiben, um die Bahnkommunikation sicher zu stellen. Eine der Grundlagen für diese Massnahme sei das Landverkehrsabkommen mit der Europäischen Union (EU) vom 21. Juni 1999, in welchem sich die Schweiz unter anderem verpflichtete, die Interoperabilität ihres Eisenbahnnetzes mit demjenigen der EU zu entwickeln. «Diese Verpflichtung bedeutet, dass in der Schweiz für den normalspurigen Eisenbahnverkehr das Zugsicherungssystem ETCS als Zugsteuerungs-, Zugsicherungs- und Signalgebungssystem und GSM-R als Zugfunksystem genutzt werden muss», so Frey.

Höhere Strahlungsleistung
Die Bahnfunkanlage, die nach der «Aufrüstung», wie bereits Umgerüstete auch, über eine Strahlungsleistung von 100 Watt verfügt, wird in dem Sinne ausschliesslich für den Bahnverkehr benötigt. Mit dieser Erhöhung schaffen sich die SBB letztlich die Möglichkeit, mit Sofortmassnahmen auf die sich laufend ändernden Bedingungen und Bedürfnisse zu reagieren. Die für den sicheren Bahnbetrieb erforderliche Verfügbarkeit und Versorgungsgüte könne so dauerhaft sichergestellt werden. Sie ist keine «Dienstleistung» für die Bahnkunden. Sie hat also keine Auswirkung auf den Handy-Empfang in den Zügen. Das Netz dient ebenfalls nicht dazu, die Verspätung von Zügen automatisch zu erfassen und diese Informationen den Gästen zur Verfügung zu stellen.

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