Gasser Felstechnik blickt auf 100 Jahre Firmengeschichte

Sprengaushub und Felssicherung für die neue Bergstation am Klein Matterhorn. (Bild: Gasser)

Das Spezialbauunternehmen Gasser Felstechnik AG feiert Jubiläum. Im Jahre 1922 legte Karl Gasser-Meier in Lungern (OW) den Grundstein mit der Gründung einer Einzelunternehmung. Sein Baugeschäft sollte sich in den kommenden 100 Jahren zu einem national führenden Unternehmen für Arbeiten am und im Fels entwickeln. Erstmals aber war Gasser der Dorfbaumeister: Wohnhäuser, Ställe, aber auch erste anspruchsvolle Tiefbauarbeiten prägten die 1920er-Jahre. Doch die gebirgige Umgebung liess eine besondere Kompetenz entstehen.

Schutz vor Naturgefahren
Wer Fels nach den menschlichen Bedürfnissen formen will, findet in Sprengstoff einen effizienten und präzisen Weg. Die 1940er- und 1950er-Jahre brachten Gasser erste Sprengeinsätze. Die früheste Sprengbaustelle war wohl der Ausbruch des Luftschutzkellers unter der Lungerer Kirche. Zwei Mitarbeiter hatten zuvor bei der CKW im Stollen gearbeitet und dort das Sprengen erlernt. Als 1959 ein instabiler Felsvorsprung die Brünigbahn zwischen Kaiserstuhl und Lungern bedrohte, war Sprengwissen gefragt. Gassers Männer bohrten am Seil gesichert 13 je vier Meter tiefe Sprenglöcher. In der Nacht vom Montag, 16. November 1959, wurde erfolgreich gesprengt. «Eine grosse Zuschauermenge war Zeuge des sensationellen Ereignisses», schrieb damals die Zeitung Obwaldner Volksfreund.

Lösungen für komplexe Probleme
Neue Gesetze zum Sprengstoffgebrauch verlangten in den frühen Achtzigern nach Professionalisierung. Das verlieh dem Baugeschäft Gasser Schwung: 1982 wurde die Abteilung Felsabbau gebildet. In den Neunzigern wurde die Spezialisierung mit Fels- und Hangsicherungen sowie Schacht- und Stollenbau energisch forciert. Mit einem Umsatzsprung von über 20 % startete man unter dem neuen Namen Gasser Felstechnik AG ins Jahr 2000. Es folgten Grossprojekte wie die beiden Sicherheitssprengungen am Chapf (BE) mit je über 100 000 Kubikmeter Sprengfels, der Ausbau der Wasserkraftwerke an der Grimsel (BE) im Untertagebau oder Sprengaushub- und Sicherungsarbeiten für die höchstgelegene Bergstation Europas am Klein Matterhorn (VS). Die Gasser Engineering AG ergänzte 2016 das Portfolio. Über 300 Mitarbeitende mit einer breiten Fachexpertise sorgen heute im Familienunternehmen für innovative Ideen. Zeuge davon sind beispielsweise die beiden eigenentwickelten Bohr-LKWs, mit denen fast installationslos Felssicherungs- und Sprengarbeiten ausgeführt werden können.

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